Pfarrkirche Sankt Peter Apostel

Die Pfarrkirche von Sankt Peter ist ein hochinteressantes Kirchengebäude aus dem 14. Jhd. im Bereich der gotischen Architektur des Baskenlandes. Bereits in der ersten Hälfte des 13. Jhd. soll an derselben Stelle ein etwas kleinerer Tempel bestanden haben.

Seine Lage verursachte, dass die Kirche der Mauer angeschlossen werden musste, die die Bevölkerung an der westliche Seite Schutz bieten sollte. Der Fluss Zapardiel sollte darüber hinaus als natürlicher Wassergraben dienen. All dies erklärt die Gestalt einer Festung, die an den äußeren Kirchenmauern, wenn man von der heutigen Siervas de Jesús Straße aus blickt, immer noch zu erkennen ist, wo sich einmal die Stadtmauer aus den Anfängen des 13. Jhd. erhob.

Die Frömmigkeit der Bevölkerung ermöglichte das Leben wichtiger Bruderschaften in dieser Pfarrkirche: San Isidro, Santo Ángel, Amor Hermoso, San Antonio de Padua und die Virgen del Pilar.

Der Tempel von Sankt Peter

Der Chor

Der Chor scheint gegen Ende des 15. Jhd. gebaut worden zu sein. Der untere Chor ist mit drei Gewölben bedeckt, so wie die drei Schiffe des Tempels. Das Steingeländer stammt aus jüngeren Zeiten. 1925 wurde die heutige Orgel von dem deutschen SR. Melcher eingeweiht.

Die Taufkapelle

Sie befindet sich heute an einer Ecke der Vierung, am “Portico Viejo”. Seit Anfang und fast bis zum heutigen Tag stand sie an der Nordmauer. Das heutige Taufbecken aus Marmor stammt aus dem Jahr 1785. Anlässlich der Bauarbeiten der neuen Vorhalle Ende des 19. Jhd. wurde die Taufkapelle an den jetztigen Ort gebracht.

Östliche Vorhalle oder Alte Vorhalle

Die Vorhalle, an der Herrería Straße, ist einer der bedeutendsten Objekte der gotischen Kunst im Nordspanien.

Tympanon

Das Tympanon zeichnet sich durch seine Schönheit und Ikonografie aus. Es besteht aus vier Ebenen: Die unterere Ebene umfasst verschiedene Szenen aus der Leben der Muttergottes sowie die Kindheit Christi: Verkündigung, Besuch bei Elisabeth, Geburt Christi, Offenbarung und Darstellung im Tempel.

Die oberen Ebenen zeigen Szenen aus dem Leben des Hl. Peter: Berufung, Messiasbekenntnis, der Gang auf dem Wasser, die Vision in Joppe, die Predigt beim Soldaten, die Taufe des Kornelius und Gefangenschaft.

Ganz oben befreit ein Engel den heiligen Peter aus dem Gefängnis, während die Wache schläft. In der Mitte sieht man die Szene von seinem Martyrium.

Der Pfosten unter dem Tympanon

Dort steht eine wunderschöne Statue der Muttergottes, die zu den feinsten Objekten der Gotik in Vitoria zählt.

Die Apostel

Die im Portikus dargestellten zwölf Apostel zählen zu den besten Werken der gotischen Bildhauerei im Lande. Auf der rechten Seite sieht man den hl. Paulus und den hl. Johannes; auf der linken befinden sich der hl. Peter und der hl. Jakobus. Die anderen acht Apostel sind entlang der Mauer der Fassade verteilt. Die Skulpturen dieser Fassade waren bis vor Kurzem polychrom. Stil und Ikonografie dieser Werke lassen eine Datierung gegen Ende des 14. Jhd. vermuten. Die Fassade gilt als nationales Denkmal.

Hauptschiff

Der Hauptschiff wurde Anfang des 20. Jahrhunderts umgebaut. Ein großes Altarbild aus der Barockzeit (Ende des 17. Jahrhunderts) wurde abgebaut. Davon ist nur die Statue von hl. Peter übriggeblieben. Es handelt sich um eine herrliche und ausdrucksvolle Gestalt, die auf einer unverzierten Steinsäule steht.

Gotische Grabstätte von der Familie Álava

Auf beiden Seiten des Hauptschiffes befinden sich vier Gräber. Auf der rechten Seite sieht man das gotische Grab von den Álavas. Dies ist das älteste im Tempel. Sie wird gewöhnlich in den letzten Jahren des 14. Jahrhunderts datiert. Wichtiger Bestandteil dieses Grabes ist nämlich das Wappenzeichen der Familie Álava.

Grabstätte von Don Pedro Martínez de Álava

Sie befindet sich an erster Stelle auf der linken Seite des Hauptschiffes mit einem wunderschönen liegenden Büste in Bronze, ein Schatzstück der Grabbildhauerei der Renaissance (1. Hälfte des 16. Jahrhunderts).

Grabstätte von Don Diego de Álava y Esquíbel

Auch auf der linken Seite des Hauptschiffes, an zweiter Stelle, sieht man das Grab von Don Diego de Álava y Esquíbel, dem Sohn von dem oben genannten Don Pedro. Er war ein renommierter Theologe und Bischof von Astorga, Ávila und Córdoba. Er ist im Jahr 1562 gestorben.

Grabstätte von der Familie Ruiz de Vergara

Auf der linken Seite des Altarraumes befindet sich eine wunderschöne betende Figur aus Alabaster. Es handelt sich um das Grab der Familie Ruiz de Vergara, Gemeindemitglieder der Pfarrei.

Apsidenkapalle unserer Frau von der Gnade

Darin herrscht eine wunderschöne gotische polychrome Steinstatue. Aus stilitischer und ikonographischer Hinsicht lässt sich diese Figur Anfang des 15. Jhd. datieren.

Apsidenkappele von hl. Isidorus

Die Apsidenkapelle auf dem linken Kirchenschiff neben dem Altarraum gehört heute zur Bruderschaft von hl. Isidorus. Das Altarbild von hl. Isidorus, das von geringem Wert ist, zeigt in seiner Mitte ein Relief aus dem 18. Jhd., in dem der heilige Isidorus eine Wasserquelle aus dem Ackerland seines Herrn sprudeln lässt.

Grabstätte von den Estellas

Auf der rechten Seite des Altars sieht man ein Grab mit einer bemerkenswerten liegenden Gestalt aus der Mitte des 16. Jhd. Es gehörte der Familie García de Estella, den Gründern eines Hospitals auf der Zapateríastraße.

Apsidenkapelle unserer Frau der Schmerzen

Die linke Außenkapelle ist heute unserer Frau der Schmerzen gewidmet. Die Gestalt der schmerzensreichen Muttergottes ist eines der besten Kunstwerke dieser Pfarrei. Ihre Größe lässt uns vermuten, dass sie sehr wahrscheinlich für sehr hohe Position in einem Altarbild bestimmt war (17. Jhd.).

Altarbilder von unserer Frau von Estíbaliz und von Pilar

Es handelt sich um moderne Kunstwerke von historisch und künstlich geringem Wert.

Kapelle von hl. Antonius von Padua

Sie befindet sich auf dem linken Kirchenschiff des Tempels, ganz in der Nähe des Chores.

Altarbild vom Heiligen Christus

Das Bild von gekreuzigtem Christus ist eine ausgezeichnete Schnitzerei aus dem Ende des 16. oder Anfang des 17. Jhd.

Königliche Kapelle

Sie befand sich früher am heutigen Eingang des Tempels, wo man noch heute das Grab seines Gründers, Don Diego Martínez de Salvatierra, der Stadtschreiber, sehen kann.

Königliches Altarbild

Dieses Altarbild ist eines der repräsentativen Werke der Renaissance in Vitoria. Im Zentrum befindet sich eine wunderschöne Darstellung der Epiphanie.

Altarbild vom Schutzengel

Heute befindet es sich gegenüber dem königlichen Altarbild. Es kommt ursprünglich aus der niedergerissenen Pfarrei von hl. Ildefons, wo bereits Anfang des 17. Jhd. eine Bruderschaft unter diesem Namen existierte.

Südliche Vorhalle

Es handelt sich um einen jüngeren Bau (1897) in gotischem Stil und dort befindet sich heute der Eingang zum Tempel.

Turm

Im Laufe des 18. Jhd. erbaut.

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